Hier der angekündigte Bericht vom Uwe:

Niersschnorcheln - Juni 2015-

Einer Einladung von Karola folgend nahmen, an einem heißen Samstagmittag, Anne, Marlies, Garnet mit ihrem Mann Jörg, Manni, Stefan, Maik und ich, Uwe, an diesem Event teil. Treffpunkt war in Kessel am Grenzübergang Ven Zelderheide, wo ein Seitenarm längs der Niers verlief. Die Autos wurden zwischen Ein- und Ausstieg verteilt. Umziehen und ab ins …. Nee, nee, nicht so schnell.

Es war heiß, sehr heiß und dazu noch sehr schwül. Dazu parkten wir an einem Wald. Alle dachten gemütlich und ruhig umziehen.Gemütlich und ruhig waren sofort gedanklich gestrichen, denn die auf uns lauernden Bremsen machten uns hektische Beine. Unzählige Biester machten ihre unhörbaren Attacken auf uns. Augen auf, ständig in Bewegung, sowie mit den Händen umherschlagend und undefinierbaren  Tanzschritten brachten den Kreislauf artock auf Trab. Der Schweiß lief!!! Karola, Maik und ich konnten nicht anders, als uns ständig gegenseitig zu schlagen. Schließlich hat man hinten keine Augen. Nach gut 5 Minuten hatten wir sichtbare rote Flecken am Körper, natürlich nur von helfenden Händen!
Diese Biester waren einfach überall um einen herum. Mir gelang es dann meine lange Hose, kreisend über meinem Kopf, um eben die selbige Hose im angrenzenden Graben zwischen Brennnesseln, Dornenhecken, Spinnen, Raupen und die erwähnten Bremsen, zu versenken. Toll gemacht & au Backe keine weiteren Worte! Maik und Karola guckten sich an und lachten händewirbelnd los.
Wer den Schaden hat, braucht sich um den Spott nicht zu sorgen. Einzig was blieb war ein super Wurf auf diese Distanz. Sollte Frau und Mann mal gesehen haben.Mit schützendem Taucheranzug, Handschuhen und gefechtsmäßiger Taucherbrille ab ins Unterholz. Pech für die Bremsen, aber jetzt das Dornengestrüpp überwinden. Gute alte Bundeswehrzeit steh mir bei!! Jeder Ausbildungsleiter wäre stolz gewesen bei so einem Einsatz. (Mist schon wieder hängen geblieben) Alles in allem - ich habe es geschafft.

Dann - ab ins Wasser. Der Einstieg war noch gut knietief. Keine 10 Meter weiter war der Wasserpegel vielleicht noch gute 10 cm tief. Mit anderen Worten – der Wasserstand war jetzt so niedrig, dass Bauch- und Brustpiercings sich im Schlamm verloren hätten, hätte man keinen schützenden Taucheranzug angehabt. Diese Strecke durch den Seitenarm zog sich endlos dahin. Teils laufend, kriechend über querliegende Baumstämme folgten wir dem Wasserrinnsal. Allein diese Zwischenprüfung hätte uns bei der Marine zum Leichtmatrosen befördert. Einzig Marlies wäre nicht befördert worden, sie blieb tapfer bei den Autos.Nach schlappen 30 Minuten erreichten wir die Niers mit ihrer angenehmen aber bestimmenden Strömung.
Gegen die Strömung schwimmen funktionierte noch, aber man legte keinen Meter zurück. Dafür begrüßte uns gleich ein großer Schwarm von Karpfen. Mindestens 20 Tiere zogen in sicherem Abstand an uns vorbei. Die Sicht war prima. Wasser der Hauptniers, wir sind da - zeig uns deine Geheimnisse
J!
Prächtige dünne und dicke Wasserpflanzen, sandiger Grund und allerlei Fische waren zu sehen. Zander, Hechte, Rotaugen und Flusskrebse in unterschiedlichen Größen waren mit von der Partie. Auch über Wasser tat sich einiges. Pferde, Kühe und Kanufahrer lachten mit der Sonne um die Wette.
Es gab Untiefen von vielleicht 50 Zentimetern, sowie ordentliche Wassertiefen von über 2 Metern mit ihrem Bewuchs von verschiedenen Grün zu bewundern. Trotz der langen Trockenperiode und der Bauern, die permanent Wasser aus der Niers pumpten, um ihre Felder zu bestellen, war es ein ausgezeichneter Schnorchel Trip. Zusätzlich knallte uns permanent die Sonne auf den Rücken. Zum Glück hatten die meisten keine Eisweste angezogen. Zum Abkühlen des Rückens, einfach abtauchen.
Weiter auf der holländischen Seite waren zahlreiche Fallen am Wasserlauf aufgestellt, um den Bestand der Bisamratten Einhalt zu gebieten. Die freigelegten Wasser- bzw. jetzt Erdlöcher waren gut sichtbar mit ihren beeindruckenden Erddurchmessern. Auch ein paar gefährliche Stellen gab es an den Uferbereichen der Niers. Warnschilder gaben den Hinweis auf moorastartige oder treibsandähnliche Bereiche an. Eine Hand in diesen Schlick gedrückt und weg ist diese. Nicht auszudenken wenn man dort hinein gerät, wo weit und breit keiner mehr helfen kann, weil links und rechts nur Wiesen sind. Vielleicht schreit eine Kuh ja noch muh und das war es dann.
Häufiger trafen wir auf Karpfenschwärme oder umgedreht, wer weiß. Zu mindestens ist die Niers mit diesen Tieren gut bevölkert. Dieses zeigte sich auch in Größe der Hechte und Zander wieder, die wir antrafen. Einfach nur kapitale Brocken mit riesigen beeindruckenden Ausmaßen. Aale und andere Arten waren leider nicht so häufig zu sehen.
Dann aber mitten im Niemandsland –eine ablegte gut sichtbare Mofa. Wie kommt die denn dahin? Mit Redbull oder …

Karola wies uns nach gut drei Stunden schwimmend in der Niers den Ausstieg. Natürlich hatten wir alle Hunger und Durst, da wir den ganzen Mittag über in der Niers waren. Gut, Wasser war da, aber zum Trinken – ich weiß nicht recht. Nachdem wir am Ausstieg auch die losen Steine an der Uferböschung zwischen den Brennnessels überwunden hatten, freuten wir uns über den Wind.
Warum – das wollt ihr wissen? Bei Wind hat man keine Auseinandersetzung mit Bremsen. Die Biester können durch den Wind ihre Opfer nicht orten. Nun aber in aller Ruhe umziehen und klönen, ohne helfende schlagende Hände. Ein toller Turn und super Sicht bei hochsommerlichen Temperaturen. Das Beste wie immer zum Schluss – keiner von uns wurde von diesen Massen an Bremsen gestochen.

Euer Uwe

...neue Bilder gibt es leider nicht ...

 

Bericht: Uwe Peiter -  Bilder: Stefan Angenendt

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